Luftlos bei den Sachsen

Nicht die üblichen Gespräche zu Apple’s neuestem Iphone, der grassierenden Diarrhoe im Kindergarten oder gar den Sonderangeboten bei Aldi Süd hatten wir erwartet, sondern tiefschürfende Gespräche zu solch lebenswichtigen Dingen wie: Wahl des korrekten Kurbelkeils, 52 oder 54 Zoll Hochrad?  Welches ist der richtige Schmiernippel?
Und die gab es satt. Und noch viel mehr.

Ein Pfälzer und ein Schwabe folgten der Einladung ihres Dresdner Bundesgenossen zum Stallhoftreffen für historische Fahrräder und zur Saxonia 100. Einem Treffen nur für über 100 Jahre alte Fahrzeuge. Also Fahrrad, Motorfahrrad und Motorwagen.   Eigentlich fast ein bißchen jung für uns, aber wir wollten ja mal nicht so sein und über die Motorrfahrzeuge sollte ich gar nicht berichten.

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Am Tag der deutschen Einheit haben uns Myriaden von kleinen schwarzen Ameisen – genannt Touristen – sofort zur Fahrradausstellung in den Stallhof getrieben. Diese „Tierchen“ waren auch schuld daran, daß wir abends in keiner Kneipe einen Platz für mehr als 2 Personen fanden. So mußten wir improvisieren und draußen am offenen Feuer grillen. Gemütlich, aber saukalt.

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Samstag am Theaterplatz ging es dann los  in schönster Sonntagsstaat. Die drei adretten Herren : Ivo ( links) im feinsten Wollfilz aus dem Pfalztheater Kaiserslautern, Sven mit seinem handgearbeiteten Wollkäppchen  vom tunesischen Basar und Hans Dieter ( Generation 60+) im originalen Gala Anzug seines Vaters!

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Ein „Luftloser“ aus Berlin mit seine flotten originalen Rennkäppchen.  Original Ruderverein Altbestand dennoch identisch mit den Mützen für die Rennfahrer. Derartige Mützen wird es wohl demnächst als Nachfertigungen geben.

Der Altweibersommer wärmte die morschen Knochen. Das Rotary rannte wie der Teufel.  Das ganze Beten und eine Intensivbehandlung in einem Ingenieurbüro für Fahrradtechnik  hatten geholfen: Diese verdammte Schraube am Rotary hielt endlich!

Der erste Zwischenstopp mit Blick auf die Elbschlösser der Loschwitzer Höhe erreichten wir nachdem wir ausgerechnet den Dresdener Flohmarkt passiert hatten. Wider Erwarten war es dann doch nicht nötig Ivo mit Kabelbindern am Sattel zu fixieren 😉

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Weiter gings zum Blauen Wunder: Eine Kettenhängebrücke von Felten und Guilleaume entworfen und 1893 beendet – damit genauso alt wie unsre Schätzchen. Die Brücke heißt im Volksmund blaues Wunder und wurde zum Wahrzeichen deutscher Ingeneurbaukunst vorgeschlagen.
Und jetzt, ich gestehs die große Lücke: Ich bin dem Charme der Neustadt erlegen… der Duft von südlicher Heiterkeit, der Fluß, die herrlichen Villen Loschwitzs, der Besuch der Standseilbahn, die Rückfahrt mit Blick auf die Schokoladenseite Dresdens, das Terassenufer… Darüber soll mal jemand anderes berichten.

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Schön war es. Danke an Frank und die Fahrrad Veteranenenfreunde Dresden und auch den Organisatoren der Saxonia 100 sei gedankt. Wir kommen wieder.

Ein Bild gibt es noch vom Bahnhof Radebeul. Hier wurden wir beim finalen Aufstellung der Teilnehmer zu Augenzeugen eines außergewöhnlich denkwürdigen Ereignisses, aber dazu später… harrt auf das was da demnächst kommt 🙂

clement
Clement Kreurover 1893

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