Lovell Diamond No. 1 – 1891-92

Gefertigt wurde das Rad bei der John P. Lovell Arms Co. / Boston Massachusetts (USA) zu einer Zeit, in der viele Hersteller mit Fahrrädern auf den Markt drängten. Natürlich hatte jeder Hersteller nur das beste Material, was in vielen Anzeigen hervorgehoben wurde. So war es auch hier, das Rad wurde in den verschiedensten Versionen beworben. Es gab die Varianten No. 1 als  Regular (Vollgummibereifung) zum Preis von $85; das Modell No. 2. wurde mit Cushion Tire zum Preis von $95 angeboten. Der Preis für das gesamte Rad war also mehr als 10% höher, wenn man die Bereifung haben wollte, mit der Ivo bei letzten Luftlos-Tour so zu kämpfen hatte. Natürlich wurden auch Damenmodelle mit den verschiedenen Bereifungen hergestellt und als frühe Mixte-Version gab es ein „No. 4, Convertible, for Ladies or Gents. Bei diesem konnte das Oberrohr entfernt werden, um einen niedrigen Einstieg zu haben.

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Aber nicht nur Fahrräder fanden sich im Programm. Gewehre, Pistolen, Bicycles, Tricycles, Velocipede, Luftpistolen, Schlittschuhe, Besteck, Messersets, Rasierer, Opern- und Feldgläser, Kodak Kameras, Hundehalsbänder, Boxhandschuhe, Fahrradzubehör und, und, und … Parallelen zu Firmen wie Stukenbrok und Co. gab es also schon viel früher.

 

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Zum Rad selbst: Während beim Victor die Lagerung der Tretlagerachse an die Technik des Hochrades erinnert, ist es beim Lovell die Lagerung des Hinterrades. Hier finden sich nachstellbare Lager, die am Hinterbau befestigt sind. Die Radachse ist daher fest mit der Radnabe verbunden. Die Lenkung ist als Nackensteuerung ausgeführt – also wie bei der Mehrzahl der Hochräder ohne Kugellager. Die Führung erfolgt über nachstellbare Spitzen, die regelmäßig zu schmieren sind. Die Räder sind radial eingespeicht und wie bei den meisten Safetys ihrer Zeit direkt in die Nabenkörper geschraubt.

Den Weg nach Deutschland hat ein Sammlerfreund bewerkstelligt. Auch hier hatten die Vorbesitzer schon Hand  oder besser den Pinsel angelegt. Unter dem Lack fand er aber noch Reste der originalen Lackierung, während die beworbene „hervorragende Vernickelung“ die Zeit doch nicht so gut überdauert hat.

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